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WearFair +mehr 2020: Grüner Lifestyle für Kinder und Erwachsene

Grüner Lifestyle für Kinder und Erwachsene

Was gibt es neues im Bereich nachhaltiger Lifestyle? Auf der Nachhaltigkeitsmesse WearFair +mehr kannst du spannende Marken und Produkte entdecken.

Auch in diesem Jahr findet die WearFair +mehr, Österreichs größte Messe für einen nachhaltigen Lebensstil wieder statt. Vom 02.-04.10.2020 kann man hier jede Menge Aussteller*innen kennenlernen, die sich einen fairen und umweltfreundlichen Konsum zum Ziel gesetzt haben. Wie viele Ausstellende im Bereich Kinderprodukte dabei sind und inwiefern die Messe aufgrund der Corona-Pandemie anders stattfinden wird als bisher, erzählt Geschäftsführer Wolfgang Pfoser-Almer im Interview.

GreenKIDZ: Hallo Wolfgang, die WearFair +mehr ist Österreichs größte Messe für einen nachhaltigen Lebensstil. Seit wann findet die Messe statt und wer steckt dahinter?

Bild: Wolfgang Pfoser-Almer

Wolfgang Pfoser-Almer: Die WearFair gibt’s seit 2008 und wurde von den österreichischen NGOs Südwind und Klimabündnis Oberösterreich erfunden und veranstaltet, zuerst noch ganz klein und als reine faire Modemesse – daher auch der Name WearFair. Offensichtlich wurde da ein Nerv getroffen, die Messe ist von Jahr zu Jahr ziemlich schnell gewachsen. 2013 ist dann mit GLOBAL 2000 noch eine dritte NGO mit eingestiegen und die Messe wurde erweitert und zu einer 360°-Messe mit dem Ziel, für jede Konsumentscheidung, vor der ein Mensch stehen kann, eine nachhaltige Alternative anzubieten.

Südwind, Klimabündnis und GLOBAL 2000 stehen bis heute hinter Messe, die inzwischen als Verein organisiert ist. Ich selbst bin seit 2017 als Geschäftsführer mit dabei.

Kern unserer Arbeit ist, dass wir alle unsere Ausstellenden einzeln auf ihre Nachhaltigkeit prüfen. Wir haben dazu mit Expert*innen aus unseren Trägerorganisationen sehr umfangreiche Kriterien ausgearbeitet, die wir Jahr für Jahr aktualisieren und auch auf unserer Website veröffentlichen. Wir prüfen die Einhaltung dieser Kriterien wirklich sehr genau – so genau, dass wir Jahr für Jahr rund 20-30 Anmeldungen ablehnen müssen, weil diese Ausstellenden unsere Kriterien einfach nicht erfüllen.

Eröffnung der WearFair 2019
Eröffnung der WearFair +mehr 2019 I Bild: WearFair

Zu welchen nachhaltigen Themen kann man sich auf der WearFair +mehr informieren?

Da wir zu allererst eine Verkaufs- und Endverbrauchermesse sind geht’s bei uns natürlich vorrangig um nachhaltigen Konsum. Neben unseren knapp 200 Ausstellenden, die natürlich alle auf ihren Gebieten Expert*innen sind, bieten wir auch auf unserer Messebühne während der gesamten Messeöffnungszeiten Vorträge, Podiumsdiskussion und Lesungen an, in diesem Jahr etwa über ein nachhaltiges Transportwesen, Zero Waste oder wie die Corona-Pandemie eine Chance für nachhaltige Marken darstellen kann.

Wie groß ist das Messeangebot speziell zum Thema „Nachhaltigkeit mit Kindern“?

Wir haben dieses Jahr rund 30 Ausstellende, die Produkte für Kinder anbieten – von Kindermode über Stofftiere und gesunde Leckereien bis hin zu wunderschönem Holzspielzeug ist da vieles dabei.

Gibt es etwas, das du selbst im Bereich „Kinder“ besonders innovativ und nachhaltig findest?

Die Wurmkiste: Ein Indoor-Komposthaufen
Bild: WearFair

Ich bin ein großer Fan der Wurmkiste. Das ist ein schicker Indoor-Komposthaufen für die Innenstadtwohnung, wunderschön aus Vollholz gestaltet. Wir haben selbst eine Wurmkiste in unserer Küche stehen, die Würmer fressen seit zwei Jahren unseren gesamten Biomüll. Die Wurmkiste ist eine tolle Möglichkeit, Kindern die natürlichen Zusammenhänge und Kreisläufe begreiflich zu machen. Etwa, wenn das Kind mal eine Plastikflasche da reinwirft, und die nicht und nicht von den Würmern gefressen wird. Sowas bleibt bei Kindern schon hängen.

Die WearFair +mehr bezeichnet sich selbst als „Green Event“ – was bedeutet das konkret?

„Green Event“ bedeutet, dass man als Veranstaltung darauf achtet, die Umwelt in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Veranstaltung möglichst wenig zu belasten.

Wir nehmen unsere Verantwortung als Großveranstaltung wirklich sehr ernst und haben daher auch eine eigene Green Event-Beauftragte, die sich ausschließlich um dieses Thema bei uns kümmert. Wir sind extrem pingelig bei der Mülltrennung, und zwar nicht nur in unserem eigenen Bereich, sondern auch bei unseren Ausstellenden oder im Messerestaurant. In unserem Messerestaurant gibt’s ausschließlich Bio-Lebensmittel, und zwar auf Mehrweg-Geschirr, um unnötigen Müll zu vermeiden.  Außerdem ermutigen wir unsere Besucher*innen zur Anreise mit den Öffis und achten darauf, dass unsere Drucksorten auf zertifiziertem Recyclingpapier gedruckt werden.

Wir sind wirklich stolz darauf, dass wir in den letzten beiden Jahren als erste Messe überhaupt den Green Events Award Austria erhalten haben als umweltfreundlichste Messe dieses Landes.

Welche Prüfkriterien muss man erfüllen, um als Austeller*in auf der WearFair +mehr dabei zu sein?

Die Kriterien wurden, wie bereits erwähnt, mit langjährigen Expert*innen unserer Mitgliedsorganisationen Südwind, Klimabündnis und GLOBAL 2000 entwickelt und jährlich evaluiert und ergänzt. Sie basieren vor allem auf vertrauenswürdigen Gütesiegeln. Im Modebereich ist uns etwa das GOTS-Gütesiegel für fair produzierte Bio-Baumwolle oder das IVN-Siegel für Naturtextilien wichtig, im Ernährungsbereich das europäische bzw. das österreichische Bio-Gütesiegel und natürlich darüberhinausgehende Siegel wie etwa Demeter. Im sehr vielfältigen Lifestylebereich ist uns das Österreichische Umweltzeichen in vielen Branchen wichtig oder das Fairtrade-Siegel.

Sehr oft ist es so, dass sich vor allem kleinere Betriebe keine Zertifizierung leisten können oder für ihr spezielles Produkt schlicht keine Zertifizierung möglich ist. In diesem Fall schauen wir dann wirklich ganz genau hin und lassen uns auch schon mal Lieferscheine schicken um wirklich sicherzustellen, wo die einzelnen Produkte und Rohstoffe herkommen und wie sie produziert werden.

Und wenn dann nicht klar nachgewiesen werden kann, woher die Produkte und Rohstoffe kommen und, dass sie unseren Kriterien entsprechend produziert wurden, kommt dieses Unternehmen auch nicht auf unsere Messe.

WearFair 2019
Eindrücke der WearFair +mehr 2019 I Bild: WearFair

Durch Corona ist 2020 alles anders. Inwiefern beeinträchtigt die Pandemie die Organisation der Messe und was wird dieses Jahr anders sein als bisher?

Für uns war’s – wie für wahrscheinlich fast jede Organisation weltweit – ein sehr, sehr schwieriges und turbulentes Jahr und wir haben mehr als einmal überlegt ob es auch wirklich Sinn macht, die Messe zu veranstalten.

Wir haben uns letztlich dafür entschieden, die Messe durchzuführen, weil wir den Menschen und vor allem auch den Ausstellenden unsere Plattform für nachhaltige Produkte gerade in diesem Jahr unbedingt zur Verfügung stellen möchten.

Es geht ja jetzt darum, dass wir nach dem Lockdown den richtigen Teil der Wirtschaft unterstützen und wieder ankurbeln müssen. Und die rund 2 Millionen Euro, die unsere Messe an Wertschöpfung für unsere geprüft nachhaltigen Ausstellenden produziert, können hier einen wichtigen Beitrag dafür leisten, dass es tatsächlich zu der oft postulierten Green Recovery kommt, dass die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie zumindest ein Stück nachhaltiger ist als sie’s vorher war.

Wir erarbeiten zurzeit ein wirklich vorbildliches Corona-Konzept und haben uns dafür einen der wichtigsten Corona-Experten Österreichs, Hans Peter Hutter mit an Bord geholt. Mit seiner Expertise wollen wir sicherstellen, dass sich Ausstellende und Publikum durch das bestmögliche Sicherheits- und Hygienekonzept auf unserer Messe nicht nur sicher fühlen, sondern auch soweit möglich tatsächlich sicher sind.

Messe Sujet 2020

Eine sehr wichtige Rolle dabei wird der Kartenvorverkauf spielen. Es gibt ja oft sehr lange Schlangen vor unseren Kassen, wo sich die Menschen oft auch ein wenig zu nahe kommen. Das möchten wir dieses Jahr vermeiden, indem wir den Kartenvorverkauf möglichst aktiv bewerben. Mit einer VVK-Karte muss man sich nicht anstellen und kommt zügig ohne großen Menschenkontakt direkt ins Messegeschehen.

Unser Vorverkauf startet Anfang September direkt auf unserer Website www.wearfair.at.

Eine weitere nachhaltige Idee findest du hier: Mieten statt kaufen: Die nachhaltige Art, sein Baby einzukleiden

Ein Interview geführt von Svenja Kopp I Symbolbild: Unsplash

Über den Autor

Redaktion GreenKIDZ.de

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