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Nachhaltig und sinnvoll: Baby-Erstausstattung

Nachhaltige Baby-Erstausstattung

Was brauche ich alles, bevor das Baby einzieht? Wir haben dir eine Liste zur nachhaltigen und sinnvollen Baby-Erstaustattung zusammengestellt.

Im Laufe einer Schwangerschaft kommt früher oder später das Thema Erstausstattung auf. Der damit einhergehende Nestbautrieb ist hormonell bedingt und verleitet schnell mal zu Impulskäufen. Sind wir mal ehrlich: Babysachen sind einfach wahnsinnig süß! Hinzu kommen die zahlreichen Werbeanzeigen und Ratschläge, was ein Baby alles braucht. Das kann schnell überfordernd sein und letztendlich unnötig teuer werden. Außerdem kommt die Nachhaltigkeit bei dem Thema oft zu kurz, denn alles soll in erster Linie möglichst neu und niedlich sein. Dabei ist gerade Müttern und Vätern das Thema Nachhaltigkeit oft besonders wichtig, immerhin geht es um die Welt, in der ihr Kind aufwachsen soll.

Die Frage ist: Was braucht dein Kind nach der Geburt wirklich? Und: Gibt es das auch in nachhaltig? Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und geben dir hier eine Liste zur Erstausstattung mit Tipps, wie du diese besonders nachhaltig gestalten kannst.

Stillen und Co.

Das erste Grundbedürfnis deines Kindes, das dich wahrscheinlich nicht selten um den Schlaf bringen wird, ist der Hunger. Im Idealfall brauchst du dafür gar nicht viel, weil die Natur dich vorausschauenderweise mit einer portablen Milchbar ausgestattet hat. Stillen ist die natürlichste Form der Baby-Ernährung und in seiner simpelsten Form braucht man dazu nur zwei Dinge: Brüste und ein Baby. Aber es gibt auch viele Produkte, die dir das Stillen erleichtern.

Stillende Mutter
Bild: Pixabay

Stillkissen stabilisieren dich und dein Kind beim Stillen. Sie entlasten deinen Rücken und deine Arme, da du weniger Gewicht tragen musst und erhöhen durch ihre Gemütlichkeit das Gefühl von Geborgenheit. Aber auch außerhalb des Stillens findet es Verwendung. Es kann zum Beispiel als sichere Einrahmung für dein Baby beim Schlafen dienen oder dir selbst, schon in der Schwangerschaft, das Liegen auf der Seite erleichtern. Suchst du nach einem nachhaltigen Stillkissen, solltest du auf hochwertige Materialien wie Bio-Baumwolle und auf eine faire Produktion setzen. Bio-Stillkissen findest du zum Beispiel bei Ullenboom.

Stillen ist Liebe, Fläschchen geben auch! Wer nicht stillen kann oder möchte und auf Säuglingsnahrung zurückgreift oder wer zwischendurch abpumpt, der braucht Fläschchen. Die meisten herkömmlichen Babyflaschen sind aus Plastik und auch, wenn diese in Deutschland BPA-frei sein müssen, kann es nicht schaden, auf Plastik zu verzichten und stattdessen auf Fläschchen aus Edelstahl oder Glas zurückzugreifen.

Thema Milchpumpe: Manchmal hat man zu viel Milch, manchmal zu wenig. Indem man bei zu viel Milch abpumpt und die Milch einfriert, kann man bei zu wenig Milch auf Vorräte zurückgreifen – äußerst praktisch! Manche Mütter sagen, dass für sie das Ausstreichen mit der Hand am besten funktioniert, andere greifen doch lieber zur klassischen Milchpumpe. Ob elektrische oder Handmilchpumpe kann man für sich selbst entscheiden, hier gibt es kein richtig oder falsch. Milchpumpen kann man übrigens auch mieten statt sie zu kaufen. Auch Stilleinlagen gibt es übrigens in der waschbaren und damit nachhaltigeren Variante.

Manchmal haben Babys gar keinen Durst, sondern einfach ein Saugbedürfnis. Schnuller befriedigen diesen angeborenen Reflex, sie beruhigen und trösten dein Kind. Kinderärzte und Hebammen empfehlen, Kindern den Schnuller erst einige Wochen nach der Geburt zu geben, wenn das Stillen bereits gut funktioniert. Damit gehören Schnuller zwar nicht zur klassischen Erstausstattung, aber die meisten Eltern kaufen bereits vor der Geburt eine Auswahl an Schnullern. Und auch Schnuller gibt es in nachhaltig und weniger nachhaltig. Das Saugstück ist bei den meisten Schnullern aus Naturkautschuk bzw. Latex oder aus Silikon, Beides hat seine Vor- und Nachteile, hier lohnt es sich, sich einmal genauer zu informieren. Generell sollte jeder Schnuller frei von Schadstoffen wie BPA und PVC sein. Auch auf eine ausreichende Luftzufuhr um den Mundbereich sollte man achten, sonst kommt es schnell zu Hautreizungen. Damit der Schnuller unterwegs nicht verloren geht, kann eine Schnullerkette, zum Beispiel aus Holz, helfen.

Umweltfreundlich wickeln

Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln
Bild: Unsplash

Windeln sind wohl Spitzenreiter bei der Müllproduktion eines Babys, zumindest wenn es sich um die klassische Wegwerfwindel handelt. Aber auch hier gibt es nachhaltige Alternativen, die überhaupt nicht kompliziert oder anstrengend sind. Eine Möglichkeit für Eltern, die nicht auf den Komfort einer Wegwerfwindel verzichten, aber trotzdem die Umwelt ein wenig entlasten wollen, sind kompostierbare Ökowindeln. Ob man nun ausschließlich damit wickeln möchte, oder nur ein umweltfreundlicheres Backup für unterwegs sucht, wir können Ökowindeln, zum Beispiel die Fairwindel empfehlen.

Die nachhaltigste Lösung und bei weitem nicht so kompliziert, wie man vielleicht denkt, sind Stoffwindeln . Stoffwindeln werden einfach in der Waschmaschine gewaschen und sind so immer wieder verwendbar. Sie sind außerdem auf lange Sicht gesehen günstiger als die Wegwerf-Alternative. Es gibt je nach Hersteller unterschiedliche Modelle und Wickelsysteme. Die vielen Möglichkeiten können dabei schon mal ein wenig überwältigend sein, Licht ins Dunkel bringt hier eine Stoffwindelberatung. Dort kannst du zum Beispiel ein Testpaket mieten, um zu gucken, welche Stoffwindel zu dir und deinem Baby passt oder ein Newborn-Windelset leihen, da es sich kaum lohnt, sich mit der ersten Windelgröße einzudecken, weil diese nur wenige Wochen getragen werden können.

Einweg-Feuchttücher lassen sich ganz oldschool durch nasse Waschlappen ersetzen. Der Effekt ist derselbe und man spart Müll. Wickelunterlagen aus Molton, PUL oder Frottee sollte man, wenn möglich, Wegwerfwickelunterlagen aus dem Drogeriemarkt vorziehen. All das, also die Windeln, die Waschlappen und die Unterlagen kann man auch unterwegs in einer Wetbag sammeln und anschließend in der Waschmaschine bei 60 °C waschen.

Die Wickeltasche oder der –Rucksack sollte einige Kriterien erfüllen: Wichtig ist vor allem, dass die Tasche oder der Rucksack viel Stauraum bietet, damit Windeln, Tücher, Unterlage, Wetbags und alles weitere auch ausreichend Platz finden. Ein wasserabweisendes Feuchtfach ist ebenfalls sinnvoll und in die meisten Taschen integriert. Wer sich für eine neue Tasche entscheidet, sollte der Umwelt zuliebe auf nachhaltige Materialien und eine faire Produktion achten. Funktionalität und Optik stehen dabei übrigens nicht im Widerspruch zueinander: Bei Lässig Fashion gibt es zum Beispiel eine tolle Auswahl an Wickelrucksäcken, die nicht nur praktisch, sondern auch ein echter Hingucker sind.

Nachhaltig Unterwegs

Ein Kinderwagen ist in der Regel eine teure Investition. Dementsprechend zufrieden sollten du und dein Kind mit dem ausgewählten Modell auch sein. Für Eltern ist es wichtig, dass der Kinderwagen praktisch, flexibel und nicht zu schwer ist, für Babys muss er Geborgenheit und Wärme ausstrahlen, immerhin ist er für sie so etwas wie ein zweites Bett. Wir haben auf LifeVERDE schon einmal eine Reihe an Kinderwagen vorgestellt, die unter fairen Bedingungen und mit nachhaltigen Materialien produziert werden. Schau für weitere Infos also gerne dort vorbei.

Babytrage
Bild: Unsplash

Hände frei mit Trage(-tuch): Das Tragen eng am Körper ist die natürlichste Form des Babytransports. Die Vorteile sind dabei die Nähe zwischen Eltern und Kind und, dass getragene Babys erwiesenermaßen weniger weinen. Mit einem Tragetuch oder einer Trage hat man außerdem die Hände frei und kann sich mit anderen Dingen beschäftigen, während das Baby seelenruhig schläft. Viele Babys lassen sich tagsüber überhaupt nicht ablegen und haben ein großes Nähe-Bedürfnis, dem man mit einer Babytrage oder einem Tragetuch problemlos nachkommen kann. Egal also, ob unterwegs oder zuhause beim Kochen: Das Tragen kann einem den Alltag erleichtern.

Eine Babyschale sorgt für eine sichere Fahrt im Auto und dient außerdem als mobiler Schlafplatz für dein Baby. Am nachhaltigsten ist wie immer die gebrauchte Variante, ansonsten sollte man neben der Sicherheit auch auf die Verarbeitung von umweltschonenden Materialien achten.

Kindgerechte Einrichtung

Zu Beginn braucht dein Kind eigentlich noch kein eigenes Kinderzimmer. Aber natürlich gibt es Möbel, die definitiv zur Erstausstattung dazugehören und solche, die eventuell sinnvoll sein können.

Dazu zählt als allererstes natürlich das Babybett. In der Regel schläft ein Kind am Anfang seines Lebens bei den Eltern im Schlafzimmer. So bekommst du alles mit und wenn das Baby nachts Hunger hat, ist der Weg auch nicht so weit. Am sinnvollsten ist ein Beistellbett für das eigene Bett. So hat dein Kind zwar seinen eigenen Bereich, profitiert aber trotzdem von der Nähe zu den Eltern. Wichtig ist hierbei, dass das Bett an das Elternbett befestigt werden kann, sodass kein Wegrutschen möglich ist. Außerdem sinnvoll ist eine stufenlose Höhenverstellbarkeit, um sicherzugehen, dass das Beistellbett auch zu deinem Bett passt. Das Holz sollte zertifiziert sein und alle Lacke schadstoffgeprüft. Die Matratze sollte bestenfalls mit Naturmaterialien statt synthetischen Fasern gefüllt sein.

Der Wickeltisch ist das nächste wichtige Möbelstück auf unserer Liste. Hier gibt es zum Beispiel Aufsätze für Kommoden, sodass man auch noch nach der Wickelzeit etwas von dem Möbelstück hat, indem man es zum Beispiel für Kinderkleidung weiternutzt. Je nach Jahreszeit empfiehlt es sich außerdem, einen Heizstrahler über dem Wickeltisch anzubringen, damit dein Kind nicht friert.

Außerdem sinnvoll könnte eine Wiege oder ein Stubenwagen sein, damit du dein Kind auch in anderen Räumen sicher ablegen kannst. Beides bekommt man häufig gebraucht, entweder durch Freunde und Familie, oder über Kinderbasare und Online-Flohmärkte. Bei Neuanschaffungen gilt das gleiche zu beachten, wie bei allen anderen Dingen: am besten setzt du dabei auf nachwachsende, zertifizierte Rohstoffe und faire Produktionsbedingungen.

Babykleidung
Bild: Unsplash

Babykleidung: Ein kurzweiliges Vergnügen

Wenn es um Babykleidung geht, sollte man eines immer im Hinterkopf behalten: Weniger ist mehr! Denn man kann oft gar nicht schnell genug gucken, schon ist das Kind aus seiner aktuellen Größe wieder rausgewachsen. Du solltest dich also auf wenig neue, aber dafür Ressourcen schonende, zertifizierte Kleidung beschränken und zusätzlich auf Second-Hand setzen. Gebrauchte Babykleidung findest du im Freundeskreis, auf Kinderbasaren, in Second-Hand Shops oder online. Nachhaltige neue Kleidung findest du zum Beispiel bei diesen Anbietern. Was viele außerdem nicht wissen: Babykleidung kann man auch leihen statt sie zu kaufen. Welche Kleidung du speziell für dein Baby brauchst ist natürlich vor allem abhängig von der Jahreszeit und deinen persönlichen Präferenzen. Eine kleine Auswahl an Babymützen sowie Bodys sollte auf jeden Fall vorhanden sein.

Gegenseitiges kennenlernen
Bild: Unsplash

Außerdem wichtig

Hier kommen einige Dinge, die ebenfalls in jeden Baby-Haushalt gehören:

  • Ein Fieberthermometer
  • Ein Baby-Nagelpflege-Set
  • Eine Wärmflasche/ein Körnerkissen
  • Wundcreme

Man sieht: Auch unsere Liste ist ganz schön lang geworden, immerhin vergrößert sich der Haushalt um eine weitere Person. Aber die Erstausstattung ist so individuell wie du und dein Baby es seid. Man kann nicht alles vor der Geburt schon wissen und wahrscheinlich ziehen nach und nach weitere Dinge bei euch ein. Vielleicht braucht ihr noch eine Baby-Badewanne, vielleicht funktioniert es aber auch super im Waschbecken. Ein Babyfon kann das Leben erleichtern, eventuell liegt euer Schlafzimmer aber ohnehin gleich neben dem Wohnzimmer und du bekommst alles mit. Das alles sind Faktoren, die man nicht vorhersehen kann und wenn das Kind einmal da ist, kann man sich immer noch darum kümmern.

Im Vordergrund steht am Anfang ja sowieso die gemeinsame Zeit und das gegenseitige Kennenlernen und dafür braucht ihr zum Glück gar keine besondere Erstausstattung.

Wie du dein Wochenbett nachhaltig gestalten kannst, erfährst du hier.

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Autorin: Svenja Kopp I Symbolbild: Unsplash

Über den Autor

Redaktion GreenKIDZ.de

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